Afghanische Ortskräfte nicht im Stich lassen

Wer unter Gefahr für Leib und Leben bereit war für die Bundeswehr und damit für die Bundesrepublik Deutschland zu arbeiten und deren Sicherheit zu schützen, der hat damit ein Recht auf proaktiven Schutz vor Folter und Mord durch Aufnahme in der Bundesrepublik Deutschland erwirkt. Durch die Machtübernahme der Taliban droht afghanischen Ortskräften unmittelbare Gefahr für Leib und Leben.

Wir rufen die aktuelle und die kommende Bundesregierung deshalb dazu auf, sich umgehend und mit Nachdruck für die Evakuierung noch verbliebener Ortskräfte und ihrer Familien aus Afghanistan einzusetzen. Insbesondere fordern wir:

  • Mehr als 15.000 Ortskräften und deren Familienangehörigen wurden durch das AA, das BMI und das BMZ bereits vor Monaten eine Aufnahme zugesichert. Diese Zusagen der Bundesrepublik Deutschland nach § 22 AufenhG müssen gewahrt bleiben.
  • Dieser Kreis soll zudem erweitert werden um
    • Ortskräfte, die über Drittunternehmen Dienstleistungen für die deutschen Sicherheitskräfte in Afghanistan erbracht haben, sowie
    • akut gefährdete, schutzbedürftige Personen aus den Bereichen Journalismus, Menschenrechtsschutz und Politik, mit einem besonderen Augenmerk auf Frauen, und deren Angehörige.
  • Bürokratische Hürden für die Aufnahme der betroffenen Personen müssen abgebaut werden. Hierzu kann ein Sondervisaprogramm oder in Ausnahmefällen das „visa-on- arrival“ Konzept dienen. Jedoch dürfen dabei in keinem Fall die entsprechenden Sicherheitsüberprüfungen entfallen.
  • Insbesondere Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan können als Transitländer für den genannten Kreis an Ortskräften fungieren. Hier muss die Bundesregierung umgehend diplomatische Lösungen für ein unbürokratisches Vorgehen finden.
  • Nicht nur Ortskräfte, sondern hunderttausende weitere Afghaninnen und Afghanen sind vor der erneuten Schreckensherrschaft der Taliban in angrenzende Nachbarländer geflohen. Insbesondere Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan muss Unterstützung zur Unterbringung und Versorgung sonstiger afghanischer Flüchtlinge gewährt werden.
  • Soweit möglich soll das Vorgehen deutscher Behörden abgestimmt mit unseren europäischen und transatlantischen Partnern erfolgen.

Antragsteller: Roland Reif, Leonard Deutsch, Felix Meyer, Kerry Hoppe


Gültigkeit: 5 Jahre

Strategic Foresight – Für eine sicherheitspolitische Strategie

Die Jungen Liberalen fordern die Schaffung einer transparenten geo- und sicherheitspolitischen Strategie mit klar definierten Zielen. Diese soll den Handlungsrahmen für die europäische Außen- und Sicherheitspolitik bilden und jedem Bürger in komprimierter Fassung zugänglich gemacht werden.

Diese soll insbesondere folgende Aspekte beinhalten:

Militärisch

  • Europäische Territorialverteidigung
    Darunter verstehen wir als Junge Liberale, dass die EU im Zuge der Hinwendung der USA zum pazifischen Raum seine konventionelle Territorialverteidigung unabhängig von ihren transatlantischen Partnern zu organisieren hat (Organisationsautonomie). Damit wollen wir die USA und Kanada entlasten und hierdurch das Bündnis stärken. Dazu muss die Bundeswehr in der Lage sein, die notwendigen Fähigkeiten zu gewährleisten. Diese Fähigkeiten sind am Besten im Kontext einer Europäischen Armee zu realisieren. Sie soll das Territorium der Europäischen Union für vier bis sechs Wochen gegen einen konventionellen Angriff verteidigen können.
  • Weltraum
    Die Jungen Liberalen fordern, dass die Bundesrepublik Deutschland auf Internationaler Ebene darauf hin wirkt, den Weltraum fortlaufend zu entmilitarisieren. Der Weltraumvertrag in seiner jetzigen Fassung muss überarbeitet und erweitert werden, um die aktuellen Herausforderungen privater und öffentlicher Nutzung des Weltraums und seiner Himmelskörper zu regeln.Parallel zu den Bemühungen für die Errichtung einer entmilitarisierten Zone ist es geboten, Vorkehrungen zu treffen, die die Europäische Union befähigen ihre Interessen im Weltall zu sichern. Dies ist notwendig, um realpolitisch auf die Möglichkeit einer fortschreitenden Militarisierung des Weltraum entgegen des Weltraumvertrages zu reagieren und hierdurch die Europäischen Interessen zu sichern.
  • Arktis
    Für die Arktis soll ein internationales Vertragswerk regeln, wie Rohstoffe umweltfreundlich und nachhaltig gewonnen werden können. Es soll auch territoriale Ansprüche regeln. Ein Schiedsgericht ist zu gründen, um bei Streitfragen auf eine gütliche Einigung hinzuwirken oder diese zu entscheiden. Konventionalstrafen sind unter Androhung militärischer Gewalt zu begleichen.Für die Sicherung der See-Handelswege ist ein eigenes Vertragswerke der Anrainerstaaten zu schaffen, dass die Durchfahrt gewährleistet und mögliche Erträge angemessen verteilt.

    Parallel zu den Bemühungen zur Schaffung eines internationalen Vertragswerks, ist es geboten, Vorkehrungen zu treffen, die die Europäische Union befähigen ihre Interessen in der Arktis zu sichern.

  • Internationale Gewässer
    Die Freiheit der See und Recht auf friedliche Durchfahrt sind essentielle Bestandteile der multilateralen Weltordnung, die seit Jahrzehnten Wohlstand und globales Wachstum ermöglicht. Die Marine muss in die Lage versetzt werden, um an internationalen freedom-of-navigation-Manövern teilnehmen zu können. Zur Durchführung dieser sollen weltweit ausgewählte EU-Marinestützpunkte errichtet werden.
  • Cyberspace
    Um den nötigen Schutz der Bevölkerung gegenüber Desinformation zu ermöglichen, müssen entsprechende Bildungskampagnen nach Finnischem Beispiel geschaffen und so früh wie möglich Bürgern der sichere Umgang mit Informationen im Internet beigebracht werden.Zur Vorbeugung und Regelung von Angriffen auf kritische Infrastruktur (Energie- und Wasserversorgung, Gesundheitswesen, etc.) ist ein digitales Kriegsvölkerrecht auf multilateraler Ebene zu vereinbaren.
  • Terrorismusbekämpfung im Ausland
    Die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, dass ein strategieloses Vorgehen im Ausland wenig Aussicht auf Erfolg hat.Die anhaltende Bedrohung durch Terrorismus aus dem Ausland macht es erforderlich, auf europäischer Ebene Fähigkeiten zu entwickeln, die es ermöglichen Antiterrormaßnahmen vorzunehmen. Hierzu bedarf es spezialisierter Einheiten aller Truppengattungen. Sie sollen schnell Ziele im Ausland verwirklichen, ohne dabei eine dauerhafte Präsenz im Einsatzgebiet zu errichten.

    Gleichzeitig muss die militärische Terrorismusbekämpfung integrativ und gemeinsam mit der Diplomatie und Entwicklungshilfe vor Ort gedacht werden.

Diplomatisch

  • Multilaterale Zusammenarbeit
    Ein Europäischer Sitz im UNO Sicherheitsrat ist anzustreben. Die Bundesrepublik Deutschland bekennt sich zur NATO und der transatlantischen Zusammenarbeit.
  • Entwicklungszusammenarbeit
    Die Entwicklungszusammenarbeit ist gemeinsam mit der Diplomatie zentraler Bestandteil der europäischen und deutschen Sicherheitspolitik im Ausland. Zur Verwirklichung unserer Wertvorstellungen ist die Gewährleistung von Zahlungen an good-governance Prinzipien zu koppeln. Über deren Einhaltung hat die Europäische Union zu wachen.

Antragsteller: Maximilian Kretschmann, Moritz Fingerle


Gültigkeit: 5 Jahre

Erst Planen, dann Bauen – mehr Bebauungspläne für München!

Die Jungen Liberalen München fordern die Landeshauptstadt München auf, für mehr Gebiete Bebauungspläne zu erstellen.

Damit kann neues Baurecht geschaffen werden, und so eine substanzielle Nachverdichtung stattfinden. Das ist für das Schaffen von ausreichend Wohnungen in München zentral.


Antragsteller: Felix Meyer


Gültigkeit: 5 Jahre

Digitaler Studierendenausweis

Die Jungen Liberalen München setzen sich dafür ein, dass an allen bayerischen Hochschulen ein vollständig digitaler Studierendenausweis eingeführt wird.

Der Studierendenausweis soll dabei folgende Voraussetzungen erfüllen

  • Der Ausweis soll in ganz Bayern anerkannt werden, dazu stellen wir uns einen einheitlichen QR-Code vor, über den der Studierendenstatus validiert werden kann
  • Es soll möglich sein, den Ausweis in ein digitales Wallet, z.B. Apple Wallet, zu laden und sich darüber zu identifizieren
  • Bezahlungsterminals, z.B. in der Mensa, müssen – falls noch nicht vorhanden – NFC-fähig gemacht werden, damit auch mit dem digitalen Ausweis die Zahlung möglich ist
  • Der digitale Studierendenausweises kann zusätzlich oder ersatzweise zum analogen Studierendenausweis verwendet werden. Die Studierenden sollen hierbei Wahlfreiheit haben.
  • Im Geltungsbereich des jeweiligen Verkehrsverbunds sollte das Studierendenticket für den ÖPNV auch digital verfügbar sein
  • Die Ausstellung und Verlängerung des Ausweises sollte ebenso komplett digital erfolgen

Antragsteller: Leonard Deutsch, Max-Malte Hansen, Theresa Esser, Maximilian Kretschmann, Emily Müller


Gültigkeit: 5 Jahre

Digitale Kommunikation im Rathaus

Wir Junge Liberale München fordern die Landeshauptstadt auf, die Verwaltung sowie Kommunikation mit den Bürgern schnellstens zu digitalisieren und zu modernisieren.

Konkret wollen wir:

  • Die Einführung eines Online-Bürgerportals, das alle Verwaltungsvorgänge und die komplette Kommunikation abwickeln kann. Neben Online-Antragsstellung soll auch der aktuelle Bearbeitungsstand einsehbar sein. Bei der Einführung des Online- Bürgerportals sollte sofern möglich auf offene Standards gesetzt werden und sich an Best Practices aus anderen Städten orientiert werden.
  • Grundsätzlich sollte die Stadt die Möglichkeiten elektronischer Kommunikationswege und Übermittlungswege für Dokumente nach §3 BayEGovG ausschöpfen und mit ihren Bürgern und Unternehmen papierlose Kommunikation ermöglichen. Davon ausgenommen ist die Strafverfolgung und die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten. Dazu sollen alle Bürger zu ihrem 18. Lebensjahr sowie Unternehmen bei ihrer Gründung aufgefordert werden, einen bevorzugten Kommunikationsweg mitzuteilen. Faxgeräte und gedrucktes Papier wollen wir zügig durch eine rechtssichere Kommunikation per Mail sowie das Online-Bürgerportal (mit gültiger Eingangsbestätigung) ersetzen.
  • Bis zur vollständigen Etablierung des Bürgerportals soll es möglich sein, Daten auch über Download-Dienste (wie Dropbox) der Verwaltung zukommen zu lassen. Damit soll die Zustellung größere Datenmengen, auch über 20 Megabyte, ermöglicht werden. Ersatzweise kann die Landeshauptstadt München Upload-Links zur Verfügung stellen, über die die Bürger ihre Dateien hochladen und so der Verwaltung zugänglich machen.
  • Sämtlichen Mailzugängen, sowie sämtlichen Infrastruktur-Komponenten des Online- Bürgerbüros der Stadt sind durch die Bayern-PKI Zertifikate auszustellen, die die Anforderungen für fortgeschrittene elektronische Signaturen nach SigG erfüllen. Sämtliche interne Kommunikation ist mit den bereitgestellten Keys zu verschlüsseln und – soweit möglich – zu signieren. Sämtliche ausgehende elektronische Kommunikation ist zu signieren und – soweit möglich – asymmetrisch zu verschlüsseln (Ende-zu-Ende Verschlüsselung).
  • Neben selbstentpackenden ZIP-Archiven alle gängigen Formate der Dateienkompression zulassen.

Darüber hinaus soll Art. 3a Bayerisches Verwaltungsverfahrensgesetz (BayVwVfG) reformiert werden und die Übermittlung elektronischer Dokumente uneingeschränkt ermöglicht werden.


Antragsteller: Tobias Weiskopf, Felix Meyer, Jennifer Kaiser-Steiner


Gültigkeit: 5 Jahre

Der Jugend eine Stimme geben – ein Jugendparlament für München

Die Jungen Liberalen München fordern die Ermöglichung der besseren Beteiligung der Jugend an der Kommunalpolitik in München.

Dazu wollen wir auf Stadtbezirksebene Jugendbezirksausschüsse (JBA) mit je 15 bis 21 Mitgliedern einsetzen.

Jugendbezirksausschüsse

Diese JBAs haben ein Antragsrecht für den jeweiligen Bezirksausschuss und dürfen nicht-stimmberechtigte Vertreter in die Unterausschüsse entsenden, die sich mit jugendrelevanten Themen befassen. Außerdem soll ein Vertreter des JBAs am Anfang jeder BA-Sitzung gehört werden und über jugendrelevante Themen berichten dürfen; er hat außerdem ein Rederecht.

Jugendrat

Jeder JBA entsendet außerdem zwei Vertreter in einen münchenweiten Jugendrat (JR); dieser erhält im Stadtrat ein Antragsrecht und entsendet nicht stimmberechtigte Vertreter in die Debatten (2) und jugendrelevanten Ausschüsse (je 1).

Organisation

Die JBAs und der JR bekommen jeweils eigene Budgets im fünfstelligen Bereich zugewiesen, die sie selbst verwalten können; sie wählen eigene Vorsitzende.

Wahl

Wählbar und wahlberechtigt für den JBA sind Kinder und Jugendliche ab dem zehnten bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres. Die Wahl findet alle zwei Jahre per Brief oder in einem Wahllokal statt.

Vor der Wahl sollen alle Kandidaten die Möglichkeit erhalten, sich über eine Internetseite vorzustellen. Dort soll für jeden Kandidaten ein professionelles Foto mit einem kurzen Steckbrief erscheinen. Als Vorbild dient z.B. die Website des Jugendparlaments in Ingolstadt. Der Bürgermeister bzw. die Stadt sollen bei den Schulleitern darauf hinwirken, die Wahl im Vorfeld im Unterricht anzusprechen und zu bewerben; insbesondere in den Erstwähler-Jahrgangsstufen soll darüber aufgeklärt werden.


Antragsteller:innen: Felix Jühe, Theresa Esser


Gültigkeit: 5 Jahre