Die Wiege der JuLis

Vor den Jungen Liberalen (JuLis) sind die Jungdemokraten (Judos) der Jugendverband der FDP, die geprägt von der 68er-Revolution weit links auf dem politischen Spektrum angeordnet sind und sich bei vielen Themen gegen die FDP stellen.

Ab den frühen siebziger Jahren gründen sich dann kleinere Initiativen, die mit dem Kurs der Judos nicht einverstanden sind, aus denen sich dann viele im Jahr 1980 zu den JuLis zusammenschließen. Dabei setzt sich gegen den Protest einer Gruppe aus Berlin ein ganzheitlich liberaler Kurs statt ein nationalliberaler Kurs durch.

Nachdem 1982 die Abkehr der FDP von der Koalition mit der SPD in der Bundesregierung folgt, erkennt die FDP 1983 die JuLis als ihren Jugendverband an und die Judos verschwinden in der Bedeutungslosigkeit.

 

JuLis und die DDR

In der DDR hat die Freie Deutsche Jugend (FDJ) nach der Auflösung aller anderen Jugendorganisationen in den 50ern, die nicht der SED nahestehen, lange eine Monopolstellung. Es gibt für engagierte Liberale nur die Blockpartei Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD), die sich auch an Demonstrationen vor dem Mauerfall beteiligt.

Ab 1987 gibt es dann insgeheim wieder Aktivitäten der LDPD-Jugendbeiräte, die kritisch von der Stasi beobachtet werden. 1989 kommt es zur Gründung drei liberale Initiativen (Dresden, Berlin, Jena), die sich zur Jungliberalen Aktion (JuliA) zusammenschließen.

Noch vor der Wiedervereinigung 1990 vereinen sich die JuLis mit der Jungliberalen Aktion zu einem bundesweiten Jugendverband. Schnell gibt es streit um die verpflichtende Parteimitgliedschaft der FDP, die von der JuliA nach der Erfahrung in der DDR vehement und oft in hoch emotionalen Diskussionen abgelehnt wird. Letztlich wird die zwingende Mitgliedschaft in der FDP in Ostdeutschland nicht eingeführt und gilt heute auch nicht mehr für die gesamtdeutschen Jungen Liberalen.

 

Themen der JuLis

Sich als die Lobby der Freiheit verstehend, interessieren sich die JuLis schon früh für wichtige Themen, wie den Schutz der Arktis, Gleichberechtigung bei der Ehe und die Legalisierung von Cannabis und zeichnen damit oftmals den Weg für ihre Mutterpartei vor. Den Jungen Liberalen war und ist es als Jugendorganisation wichtig, dass man Themen wie den Umweltschutz, Menschenrechte und Datenschutz neben wirtschaftlicher Freiheit nicht außen vor lässt.

 

Berühmte Vertreter

Zu den bekanntesten Bundesvorsitzenden der JuLis gehört Guido Westerwelle von 1983 bis 1988. Seine Zeit steht für einen stark wachsenden Verband auf Linie der FDP. Später ist Guido Westerwelle auch Parteivorsitzender der FDP und Bundesminister des Auswärtigen.

Daniel Bahr ist Bundesvorsitzender von 1999 bis 2004. Er setzt sich stark für Bildungspolitik und Gesundheitspolitik ein und ist von 2011 bis 2013 Bundesgesundheitsminister.

Momentaner Bundesvorsitzender ist Konstantin Kuhle aus Hamburg. Er setzt sich für „Selbstbestimmung in allen Lebenslagen“ ein. Sein Selbstverständnis demonstriert er als er 2015 die Legalisierung von Cannabis auf dem Bundesparteitag einbringt und der Antrag von den Delegierten angenommen wird.

 

JuLis München

Die JuLis München setzten sich mit den Beschlüssen der letzten Jahre insbesondere für ein weltoffenes München ein. Dabei sind lokale Themen zur Erhaltung der „Weltstadt mit Herz“ besonders wichtig. Dazu gehören Beschlüsse zu neuen innovativen Wegen in der Energiegewinnung, fairer Behandlung für Asylsuchende, kultureller Freiheit, längeren Geschäftsöffnungszeiten und dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur.